Badminton – Geschichte

Die Ballsportart Badminton ist eine Rückschlagsportart, welche mit einem Federball (engl. Shuttlecock) und jeweils einem Badmintonschläger pro Person gespielt wird. Ziel des Spiels ist es, den Ball so über das Netz zu schlagen, dass die Gegenseite ihn nicht mehr regelkonform zurückschlagen kann. Es spielen entweder zwei Spielern (Einzel) oder vier Spieler (Doppel) gegeneinander. Bei dem Doppel stehen sich zwei Doppelpaarungen gegenüber, entweder gleichgeschlechtlich oder gemischt (gemischtes Doppel = Mixed). Es wird in der Halle ausgetragen und erfordert wegen der Schnelligkeit und der großen Laufintensität eine hohe körperliche Fitness. Weltweit wird die Ballsportart Badminton von über 14 Millionen Spielern in mehr als 160 Nationen wettkampfmäßig praktiziert.Badminton Doppel

Herrendoppel während den All-England Championships 2011

Inhaltsverzeichnis
01 Unterscheidung – Badminton / Federball
02 Geschichte

 

1. Unterscheidung

Der Begriff Badminton wird oft fälschlicherweise mit dem Freizeitspiel “Federball” gleichgesetzt, bei welchem im Gegensatz zum Badminton der Ball so lange wie möglich in der Luft gehalten werden soll. Badminton hingegen ist ein Wettkampfsport, bei welchem nach festen Regeln gespielt. Ziel ist es, den Federball so in das Feld des Gegners zu schlagen, dass dieser den Federball nicht mehr regelkonform zurückspielen kann.

 

2. Geschichte

Bereits lange vor der Entstehung des Namens Badminton gab es Rückschlagspiele, die dem heutigen Federball ähnelten. In Indien gefundene Höhlenzeichnungen belegen, dass dort bereits vor 2000 Jahren mit abgeflachten Hölzern kleine, mit Hühnerfedern gespickte Holzbälle geschlagen wurden. Auch bei den Inkas und den Azteken waren Rückschlagspiele mit gefiederten Bällen bekannt. In Europa zur Zeit des Barock entwickelte sich ein unter dem Namen Battledore and Shuttlecock oder Jeu de Volant bekanntes Federballspiel zu einer der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen des höfischen Adels. Ziel bei dieser Variante des Federballspiels war es, dass zwei Spieler sich mit einfachen Schlägern einen Federball so oft wie möglich zuspielen, ohne dass dieser den Boden berührt. Ein urkundlich erwähnter Rekord aus dem Jahre 1830 beläuft sich auf 2117 Schläge für einen Ballwechsel zwischen Mitgliedern der Somerset-Familie.

Battledore

Zeichnung Battledore spielender Damen aus einer britischen Zeitschrift (1804)

Das heutige Spiel verdankt seinen Namen dem englischen Landsitz des Duke of Beaufort aus der Grafschaft Gloucestershire. Auf diesem Landsitz mit dem NamenBadminton wurde 1872 das von dem britischen Kolonialoffizier aus Indien mitgebrachte und als Poona bezeichnete Spiel vorgestellt. 1893 wurde in England der erste Badmintonverband gegründet, und schon 1899 fanden die ersten All England Championships statt, die heutzutage unter Badmintonanhängern den gleichen Stellenwert haben wie das Turnier von Wimbledon für die Tennisfreunde.

Der neue Sport erfreute sich großer Beliebtheit. Schwierigkeiten bereitete es nur, geeignete Sportstätten zu finden. Es musste oft an ungewöhnlichen Orten gespielt werden, denn die einzigen uneingeschränkt geeigneten Räumlichkeiten zu dieser Zeit waren Kirchen. Das hohe Mittelschiff einer Kirche bot dem Federball freie Flugbahn, und die Kirchenbänke dienten den Zuschauern als Logenplätze.

 

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